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Erna Sack | Klassik

Erna Sack

 
Erna Sack

 

Erna Sack wurde 1898 in Berlin geboren.

Als Kind fiel ihre schöne Stimme schon im Kirchen und Schulchor auf. Eine Ausbildung kam für die Eltern nicht in Frage. Erst ihr späterer Ehemann bewirkte bei den Eltern einen Sinneswandel. Hermann Sack, den sie 1921 heiratete.

Ihre erste Gesangslehrerin, die sie für einen Mezzosopran hielt, für sie zog sie nach Prag um. Diese eklatante Fehleinschätzung muss ihr nach und nach aufgegangen sein. Die Arie der Königin der Nacht konnte sie einer Mitschülerin ohne Schwierigkeiten vortragen. Sie ging nach Berlin zurück. Bei Oscar Daniel, einem damals sehr gefragten Gesangspädagogen, setzte sie ihre Studien fort.

Bis Erna Sack ihre Chance erhielt dauerte einige Jahre. Die Ehefrau des damaligen Intendanten der Städtischen Oper hörte die junge Sängerin zufällig bei einer Übungsstunde. Der damalige Intendant der Städtischen Oper war Bruno Walter. Sie überredete ihren Mann zu einem Vorsingen. Elevin wurde die 30 jährige Erna Sack an der Städtischen Oper.

An diesem renommierten Haus sang sie zwischen 1928 und 1930 in zahlreichen kleinen Rollen. In den Premieren von SLy (Ermanno Wolf-Ferrari) am 11.5.1929, Die Schwarze Orchidee (Eugen d’Albert) am 9.6.1929 und Tyll (Mark Lothar) am 1.9.1929. Damals wurde sie schon für kleinere Opernpartien vom Berliner Rundfunk engagiert. Erfahrungen in der Provinz zu sammeln und ihr Repertoire zu erweitern, riet ihr Bruno Walter.

In Bielefeld studierte sie 1931 die Norina in Donizettis Don Pcucfualc an ihrem damaligen Stammhaus ein. Die Auführung rief Begeisterung hervor. Es war ein Sturm. Im Fach des Koloratursoprans war sie endgültig angekommen. Bereits 1932 wechselte sie nach Wiesbaden. Dort erkannte man ihr Talent sofort. Auch wenn sie sich im Koloraturfach die sehr anspruchsvollen Partien an zu eignen hatte, verbreitete sich ihr Ruf in Windeseile.

Dazu trugen auch die Rundfunkaufnahmen und Übertragungen bei, die ab 1932 mit ihr gemacht wurden. Ab 1934 sang Erna Sack hauptsächlich an der Dresdner Staatsoper. Karl Böhms Interesse und vor allem Richard Strauss’ zog sie auf sich. Im Breslauer Opernhauses absolvierte sie als Mitglied noch eine Spielzeit. Dann wurde sie endgültig im berühmten Dresdner Ensembles Mitglied. Sie sang ihre erste Zerbinetta.

Berlin kam sie 1934 auch gastweise zurück. Als Gilda brillierte sie unter Erich Kleiber an der Staatsoper. Ihre Partner waren u. a. Walter Ludwig als Herzog und Heinrich Schlusnus als Rigoletto.

Durch England, Frankreich und Holland gab es Konzerttourneen. Auch durch Österreich. Der Abschluss mit der Firma Telefunken folgte. Ein exklusiver Schallplatten Vertrag.

Ihrer steigenden Prominenz ungeachtet, war sie bereit, auch in kleinen Rollen auf zu treten. Aus Die schweigsame Frau sang sie die Isotta. Eine Oper von Richard Strauss bei der Uraufführung. Ihr besonderes Engagement wurde ihr hoch angerechnet. Beim Gastspiel im Covent Garden in London sang sie die Zerbinetta. Die eigene Leitung hatte Strauss.

Ihr Aufstieg war jetzt unaufhaltsam.

1935 und 1936 gastierte sie als Adele und Rosina an der Wiener Staatsoper. In Dresden landete sie einen besonders spektakulären Erfolg mit „Massimilla Doni” von Othmar Schoeck als Tinti bei der Uraufführung. Mit besonders hohen Noten stattete Schoeck die Tinti aus. Nach Erna Sack wird diese Uraufführungsfassung niemals mehr zu besetzen sein.

Daneben gab sie Konzerte in allen deutschen großen Städten.

Aber auch erstmals in Amerika, Kopenhagen, Oslo, in Rom (mit Licia Albanese und Tito Schipa als Partner in der Zauberflöte) und Stockholm. Auch ihre Auftritte u. a. in der Carnegie Hall wurden vom Publikum (zusammen mit Joseph Schmidt und Richard Tauber) stürmisch gefeiert. Aber die Kritiken ihrer Opernauftritte waren zwiespältig. Außerstande sah sich Erna Sack, in Chicago die Lucia und die Rosina in der Lyric Opera, wie vertraglich verabredet, italienisch zu singen, aus Zeitmangel.

Auf Deutschland blieb ihre Karriere ab 1939 bedingt durch den Krieg fast vollständig auf den deutschsprachigen Raum und die verbündeten Staaten beschränkt.

In Gang kam ihre Karriere erst langsam nach dem Krieg und auf Umwegen wieder. Argentinien, Brasilien und Chile waren besondere Erfolge, wie Uruguay. Das Ehepaar Sack nahmen die brasilianische Staatsangehörigkeit an. Ihre größten Erfolge feierte sie allerdings in Kanada. Für einige Jahre nach Montreal verlegte sie ihren festen Wohnsitz. Ausgedehnte mehrjährige Konzertreisen führten Erna Sack u. a. bis nach Süd und Südwestafrika.

Aber erst 1950 gab sie in Deutschland einige wenige Konzerte.

In Deutschland konnte sie erst nach 3 Jahren wieder Konzerte geben, weil ihre internationalen Verpflichtungen sehr groß geworden waren. Durch Berlin-West und die Bundesrepublik unternahm sie 1953 eine große Konzerttournee. Im Herbst des gleichen Jahres folgte eine große Konzerttournee mit über 40 Konzerten. Durch Australien und Neuseeland. Das amerikanische Comeback feierte sie im Herbst 1954. Ein triumphaler Auftritt in der Carnegie Hall. Amerika war so erfolgreich, daß sie sie in der kommenden Saison wiederholen musste.

Den Anforderungen, trotz dieser Erfolge, spürte sie sehr deutlich, dass sie dieser vielen Konzerte nicht mehr lange würde standhalten können und bereitete bald ihren Rückzug vor.

Im Herbst 1956 gab es eine letzte Konzerttournee durch Westdeutschland. Durch die damalige DDR machte sie 1957 noch eine kurze Tournee. Ihre Konzertlaufbahn beendete sie und zog sich aus dem öffentlichen Leben. Abgesehen von 2 kurzen Fernsehauftritten, in den sechziger Jahren, zog Erna Sack sich vollständig zurück.

Erna Sack starb am 2.3.1972 an den Folgen einer Krebsoperation. In einer Klinik in Mainz.

Ihre Karriere überstrahlte die ihrer Kolleginnen sehr an Ruhm. Dieser Sängerin widerfuhr posthum das Vergessenwerden. Die zu ihren Lebzeiten reichlich genossene Publikumsgunst ist als ungerechtfertigte Strafe auf zu fassen. Das Repertoire von Erna Sack beschränkte sich nicht nur, wie unterstellt, auf mehr oder weniger belanglose Unterhaltungsmusik. In ihren Konzertauftritten pflegte sie bis zuletzt ein sehr erlesenes Liedrepertoire. D’Albert, Grieg, Schubert und Schumann vor allem. Allerdings kehrte sie nach dem Krieg der Oper den Rücken. Einer intensiven Konzerttätigkeit widmete sie sich.

Bei ihren zahllosen Auftritten auf dem ganzen Planet, konnte sich keiner, der sie hörte, dieses Stimmwunders entziehen. Sie war eine wahre Zauberin. In einem Nachruf hieß es, “eine Laune der Natur“ war ihre Stimme, wo andere längst passen mußten, begann sie sich wohl zu fühlen. In den Bereichen des viergestrichenen C. Lucrezia Agujari (1743-1783), italienische Sopranistin. Dieses Phänomen war nur von ihr bekannt.

Freude an diesem ihrem Instrument stellte die Sack im besten Sinne höher. Die Erwartungen gestrenger Musikrichter nicht. Ihre anscheinend stimmlichen unbegrenzten Möglichkeiten sind ihr allerdings nicht in den Schoß gefallen, sie hat sie sich vielmehr sehr hartnäckig und gegen mannigfache Widerstände erarbeitet. Bis zuletzt kultivierte sie ihre Stimme. Die nachlassende Frische glich sie mit einer frappierend raffinierten Stimmtechnik aus.

Erna Sack – die Koloratursängerin, nicht nur in der Unterhaltungsmusik

 

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